Sängerkranz – Chorgesang im Homeoffice

Besondere Zeiten erfordern besondere Maßnahmen. Weil zurzeit das Singen in Gruppen nicht möglich ist, hat sich der Chorleiter des Niddaer „Sängerkranz“ zusammen mit dem Vorstand und dem Gesangverein in Windecken überlegt, die beiden Chöre wieder aktiv werden zu lassen und trotzdem die Corona-Bedingungen einzuhalten. Wie das geschehen kann, hat Thomas Kiersch in einem Anschreiben an die Sängerinnen und Sänger nachhaltig erläutert. Dank moderner Technik ist es möglich, jede singende Person einzeln in Ton und Bild aufzunehmen und diese Puzzleteile am Ende zu einem Chor in einem Musikvideo zusammen zu fügen, ohne dass sich jeweils mehr als zwei Personen gleichzeitig in einem Raum befinden, und das mit gebührendem Abstand. Natürlich haben zahlreiche Chöre momentan die gleiche Idee, aber es ist wenigstens eine Möglichkeit, die teilweise eingerosteten Stimmen wieder zu reaktivieren. Deshalb waren Chorleiter und Vorstand auch sehr erfreut über die stattliche Zahl der Anmeldungen zu diesem Projekt, immerhin konnten aus den beiden Stammchören insgesamt 50 Personen rekrutiert werden, die sich in steriler Umgebung und solistisch singend einbringen wollten.

Interessant ist auch die Vorgehensweise mit der Absicherung, dass nicht allzu viele musikalische Pannen passieren würden. Thomas Kiersch hat zunächst eine Übungsdatei für alle Stimmen erstellt und verteilt, so dass im häuslichen Umfeld, im Homeoffice quasi, die jeweilige Stimme des gut bekannten und bereits mehrfach aufgeführten Stückes aufgewärmt und gefestigt werden konnte. Über Kopfhörer wurde bei der Aufnahme diese Version jeweils auf ein Ohr des Singenden gelegt, während auf der anderen Seite die eigene Stimme ertönte. So war gewährleistet, dass eine Sicherheit während des Singens gegeben war. Trotzdem war der Adrenalinspiegel bei einigen Mitwirkenden teilweise sprunghaft angestiegen.

Die Aufnahmen in Nidda zogen sich über das komplette vergangene Wochenende hin, schließlich war pro Person ein Zeitfenster von 45 Minuten inklusive Raumlüftung eingeplant, am kommenden Wochenende wird Thomas Kiersch das Prozedere in Windecken wiederholen.

Als Werk hatte der Dirigent „Butterfly“ von Daniel Gerard in der Chorversion von Pascal Thibaut ausgewählt, ein leicht klingendes Lied mit fröhlicher Melodieführung, das in die beginnende Frühlingszeit passt und so insgesamt eher positive, erfreuliche und zuversichtliche Stimmung verbreitet, was in diesen Zeiten ja durchaus wünschenswert ist.

Die Endbearbeitung wird etwa zwei bis drei Wochen in Anspruch nehmen, danach wird das Ergebnis auf sozialen Netzwerken sowie der Homepage des Sängerkranz‘ zu hören sein.

Insgesamt ist diese Aufnahme auch ein Probelauf für das eigentlich geplante Projekt des Sängerkranz‘ im Zusammenwirken mit Musica Nidda, für das dankenswerteweise vor Weihnachten zahlreiche Spenden von Niddaer Geschäften und Institutionen trotz der Corona-Flaute eingegangen sind. Dass dieses Projekt durchgeführt werden wird, ist sicher, allerdings noch nicht, wann. Hierzu muss die weitere Entwicklung der Pandemie abgewartet werden, vor allem muss die Frage geklärt sein, wann und unter welchen Umständen gemeinsames Singen und Musizieren hoffentlich bald wieder möglich ist.